Martina Martínez

Jede zwölfte Ferienimmobilie ist nicht versichert

Viele Besit­zer von Feri­en­im­mo­bi­lien haben bereits einen Scha­dens­fall erlit­ten und unter­schät­zen auch die Risi­ken nicht. Dennoch besteht bezüg­lich der Absi­che­rung noch Luft nach oben, wie eine aktu­elle Studie von Hiscox zeigt. Daraus geht auch hervor, dass die Digi­ta­li­sie­rung bei dieser Immo­bi­li­en­art immer mehr an Bedeu­tung gewinnt.

Ob am Meer, in den Bergen oder in der Stadt: Feri­en­im­mo­bi­lien bieten einer­seits ein Zuhause in der Ferne, ande­rer­seits aber auch eine Inves­ti­ti­ons­mög­lich­keit. Wie alle ande­ren Immo­bi­lien auch, sind aber auch Feri­en­häu­ser und ‑wohnun­gen vor Scha­dens­fäl­len nicht sicher: So gaben in einer vom Markt­for­schungs­in­sti­tut Appino im Auftrag von Hiscox durch­ge­führ­ten Studie fast ein Drit­tel der Feri­en­im­mo­bi­li­en­be­sit­zer an, bereits einmal einen Scha­den an ihrer Immo­bi­lie in der Ferne erlit­ten zu haben. Bei der Frage nach der eige­nen Risi­ko­ein­schät­zung kommt heraus, dass der Mensch der größte Risi­ko­fak­tor ist: So fürch­ten 61,7 % der Befrag­ten, dass Beschä­di­gun­gen durch Mieter und 38,1 %, dass sie durch eige­nes Unge­schick Schä­den verur­sa­chen könn­ten. 41,3 % sehen einen Rohr­bruch als Risi­ko­fak­tor an. Die Angst vor einem Einbruch oder Dieb­stahl ist hinge­gen weni­ger stark verbrei­tet: Gerade einmal 17,1 % der Befrag­ten gaben an, sich davor zu fürchten.

Diese Risi­ko­ein­schät­zun­gen entspre­chen aber nur bedingt der Reali­tät: So entfie­len laut Hiscox in den vergan­ge­nen sechs Jahren ledig­lich 26,8 % der Schä­den auf einen Rohr­bruch, jedoch sorg­ten Sturm­schä­den für 30,3 % der Scha­dens­fälle. Zufalls­be­dingte Ursa­chen machen ledig­lich 8,9 % der gemel­de­ten Schä­den aus.

Nicht alle Ferienimmobilien sind versichert

In der Studie wurde auch der Frage nach­ge­gan­gen, wie die Feri­en­im­mo­bi­lien versi­chert sind. Am weites­ten verbrei­tet ist die Gebäu­de­ver­si­che­rung, die 82,3 % aller Befrag­ten für ihr Objekt in der Fremde abge­schlos­sen haben. Über eine Haus­rat­ver­si­che­rung verfü­gen 61,9 % der Immo­bi­li­en­be­sit­zer, eine Immo­bi­lien-Haft­pflicht­ver­si­che­rung 54,1 %. Deut­lich weni­ger ist hinge­gen die Elemen­tar­scha­dens­ver­si­che­rung: Über eine solche verfü­gen ledig­lich 46,1 % der Immo­bi­li­en­be­sit­zer. Dabei ist diese gerade im Gebirge und der damit verbun­de­nen Gefahr von Lawi­nen­ab­gän­gen alles andere als sinn­los. Die meis­ten Feri­en­im­mo­bi­lien sind nicht anders abge­si­chert als andere Immo­bi­lien: Bei ledig­lich 25,7 % der Gebäu­de­haft­pflicht­ver­si­che­run­gen, 30,6 % der Haus­rat­ver­si­che­run­gen und 31,8 % der Immo­bi­lien-Haft­pflicht­ver­si­che­run­gen, die von den Umfra­ge­teil­neh­mern abge­schlos­sen wurden, handelt es sich um spezi­elle Poli­cen für Feri­en­im­mo­bi­lien. Weder auf „normale“ noch auf spezi­elle Poli­cen für Feri­en­im­mo­bi­lien setzen hinge­gen 8,7 % der Befrag­ten: Diese haben ihre Feri­en­im­mo­bi­lie über­haupt nicht versi­chert ‑und gehen damit ein enorm hohes finan­zi­el­les Risiko ein.

„Die Ergeb­nisse unse­rer Umfrage zeigen zwar, dass grund­sätz­lich ein hohes Bewusst­sein für die Absi­che­rung von Feri­en­im­mo­bi­lien besteht, gleich­zei­tig sitzen die meis­ten Eigentümer:innen jedoch auf einem Flicken­tep­pich verschie­de­ner Versi­che­run­gen, die ihnen weder flächen­de­cken­den noch indi­vi­du­el­len Schutz bieten“, so Alina Sucker-Kastl, Under­wri­ting Mana­ger Art & Private Clients bei Hiscox. „Wieder­keh­ren­der Leer­stand und Fremd­nut­zung durch Mieter:innen führen bei Feri­en­häu­sern zu erhöh­ten Risi­ken, beispiels­weise durch Einbruch, uner­kannte Wasser­schä­den oder Beschä­di­gung am Haus­rat. Kommt es bei Feri­en­im­mo­bi­lien im Ausland zu Scha­den­fäl­len, erschwert zudem oftmals die Sprach­bar­riere ein opti­ma­les Schadenhandling.

Eine Spezi­al­ver­si­che­rung geht auf die indi­vi­du­el­len Risi­ken und Bedürf­nisse der Ferienimmobilieneigentümer:innen ein, sorgt mit einem Allge­fah­ren­schutz für sorgen­freie Urlaube und eine unkom­pli­zierte Vermie­tung. Zudem unter­stützt sie Versicherungsnehmer:innen im Scha­den­fall mit deutsch­spra­chi­gen Ansprechpartner:innen.“

Kundenservice und Preis als entscheidende Kriterien

Bei einer Versi­che­rung möchte man besser nicht wissen, wie deren Kunden­ser­vice ist – schließ­lich erfährt man das immer nur dann, wenn man einen Scha­den erlit­ten hat. Wie sich die Versi­che­rung im Scha­dens­fall verhält, ist für die Feri­en­im­mo­bi­li­en­be­sit­zer von entschei­den­der Bedeu­tung: 81,8 % aller Befrag­ten der Hiscox-Umfrage erach­ten eine hohe Kunden­zu­frie­den­heit im Scha­dens­fall als wich­tigs­tes Auswahl­kri­te­rium – deut­lich mehr als der Preis, der bei 64,8 % der Studi­en­teil­neh­mer eine wich­tige Rolle spielt. Für 60,5 % der Befrag­ten spielt bei der Auswahl der Police für ihre Feri­en­im­mo­bi­lie eine Rolle, dass sie im Scha­dens­fall mit dem Versi­che­rer auf Deutsch kommu­ni­zie­ren können.

Wenn es um einen Versi­che­rungs­wech­sel geht, achten 66 % der Befrag­ten auf einen güns­ti­gen Preis, 60,9 % auf ein umfas­sen­des Leis­tungs­port­fo­lio und 26 % auf einen gerin­ge­ren Selbst­be­halt im Scha­dens­fall. Auf Empfeh­lung eines Maklers würden nur 15,8 % der Befrag­ten ihre Police wechseln.

Neue Herausforderungen durch Digitalisierung

Auch wer im Urlaub ist, möchte nur ungern auf den Zugang zur digi­ta­len Welt verzich­ten: In der Hiscox-Umfrage gaben 95,9 % der Befrag­ten an, dass ihre Feri­en­im­mo­bi­lie über einen Inter­net­an­schluss verfügt. 24,3 % der Immo­bi­lien sind sogar mit Smart-Home-Tech­no­lo­gie ausge­stat­tet. Am häufigs­ten verbrei­tet sind hier vernetzte Endge­räte wie Jalou­sien, Lampen oder Heiz­kör­per, die sich in 61 % der Immo­bi­lien befin­den. 51 % der Feri­en­im­mo­bi­li­en­be­sit­zer haben Einga­be­ge­räte wie Touch­dis­plays und Raum­tem­pe­ra­tur­reg­ler verbaut, Senso­ren zur Steue­rung von Türen und Fens­tern gibt es bei 43 %. Dass das Einbruchs- und Dieb­stahl­ri­siko keine große Rolle spielt, wird auch bei der Verwen­dung von Smart-Home-Tech­no­lo­gie deut­lich: Ledig­lich 36 % aller Feri­en­haus­be­sit­zer haben in ihrer Immo­bi­lie digi­tale Alarm­an­al­gen verbaut.

„Durch die Instal­la­tion von Smart-Home-Anwen­dun­gen erge­ben sich neue Heraus­for­de­run­gen für Ferienimmobilienbesitzer:innen, die neben der Absi­che­rung durch Haus­rat- und Gebäu­de­ver­si­che­rung berück­sich­tigt werden müssen. Bei zuneh­men­der Vernet­zung lohnt es sich für Eigentümer:innen, sich Gedan­ken über eine zusätz­li­che Absi­che­rung gegen Cyber­ge­fah­ren zu machen“, so Alina Sucker-Kastl. „Die smarte Aufrüs­tung der Feri­en­im­mo­bi­lie hat außer­dem oft eine signi­fi­kante Wert­stei­ge­rung des Gebäu­des bezie­hungs­weise des Haus­rats zur Folge, wenn hier ein aufwän­di­ges System inte­griert wird, wie etwa eine digi­tale, vernetzte Klima­an­lage. Eigentümer:innen soll­ten deshalb gründ­lich über­prü­fen, ob die Versi­che­rungs­summe nach der Instal­la­tion von Smart-Home-Tech­no­lo­gien gege­be­nen­falls ange­passt werden muss“.

Norden und Süden am beliebtesten

Für die Umfrage wurden insge­samt 412 Besit­zer von Feri­en­im­mo­bi­lien befragt. Von diesen besit­zen 71,7 % ein Feri­en­haus oder ‑wohnung in Deutsch­land. Am häufigs­ten befin­den sich diese in Schles­wig-Holstein (14,3 %), sowie Nieder­sa­chen und Bayern (jeweils 12,6 %). Bei den auslän­di­schen Feri­en­häu­sern ist Öster­reich der klare Favo­rit: Hier haben 11,4 % der Befrag­ten ein Domi­zil, Weit abge­schla­gen folgen Spanien mit 3,6 %, Italien mit 3,4 % und die Schweiz mit 3,2 %.

(Finanz­welt)

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