Martina Martínez

Keine Angst vor Väterchen Frost

Es ist soweit, der Winter ist da und damit die unbe­lieb­teste Jahres­zeit der Auto­fah­rer. Wer noch nicht auf Winter­rei­fen umge­stie­gen ist, der sollte es schleu­nigst tun. Doch zu einem winter­fes­ten Auto gehört mehr, als nur Winter­rei­fen. Deswe­gen haben Exper­ten der ARAG Versi­che­run­gen nütz­li­che Tipps für Auto­fah­rer zusammengetragen.

Mehr Sicherheit

Bereits seit 11 Jahren gilt in Deutsch­land die soge­nannte situa­tive Winter­rei­fen­pflicht. Das heißt: bei Winter­wet­ter mit Glatt­eis, Schnee­glätte, Schnee­matsch und Eis- oder Reif­glätte dürfen nur Fahr­zeuge mit entspre­chen­den Reifen gefah­ren werden. Dabei ist jedoch kein genauer Zeit­raum im Gesetz fest­ge­legt, wann die Winter­rei­fen­pflicht gilt. Viele Herstel­ler empfeh­len den Wech­sel, wenn die Außen­tem­pe­ra­tu­ren auf unter sieben Grad Celsius sinken. Die meis­ten Auto­fah­rer rich­ten aber sich nach der O‑bis-O-Regel, nach der man von Okto­ber bis Ostern mit Winter­rei­fen fährt.

Der Vorteil ist dabei klar: Winter­rei­fen haben durch ihr gröbe­res Profil einen deut­lich kürze­ren Brems­weg bei Schnee und Schnee­matsch und bieten so mehr Sicher­heit bei Winter­wet­ter. Sie sind mit einem alpi­nen Symbol (Berg mit Schnee­flo­cken) gekenn­zeich­net, ältere Modelle tragen das Zeichen M+S (Matsch & Schnee). Reifen, die bis zum 31. Dezem­ber 2017 herge­stellt wurden, dürfen noch bis zum 30. Septem­ber 2024 benutzt werden. Egal ob alt oder neu, das Reifen­pro­fil sollte aber nicht weni­ger als vier Milli­me­ter Tiefe aufwei­sen. Laut ARAG-Exper­ten, sind Reifen unter vier Milli­me­tern nicht mehr winter­taug­lich und Reifen, die die Mindest­pro­fil­tiefe von 1,6 mm unter­schrei­ten, dürfen per Gesetz nicht mehr gefah­ren werden. Bei Verstoß drohen mitt­ler­weile 60 Euro Bußgeld und ein Punkt in Flensburg.

Do it yourself

Wer hand­werk­lich begabt ist, kann seine Reifen auch zu Hause selbst wech­seln. Am besten steht das Fahr­zeug dafür auf einer ebenen Fläche ohne Gefälle mit ange­zo­ge­ner Hand­bremse bevor der Wagen­he­ber zum Einsatz kommt. ARAG-Exper­ten raten, Radschrau­ben und ‑muttern beim Selber-Wech­seln auf Schä­den zu prüfen und alle Teile inklu­sive Felge mit einer Draht­bürste von Rost und Schmutz zu befreien. Sitzen die Winter­rei­fen fest am Fahr­zeug, muss dann der Luft­druck gecheckt werden. Dabei gilt: für Winter­rei­fen sollte der Druck 0,2 Bar höher sein als bei Sommer­rei­fen. Steht das Auto dann wieder fest auf der Straße, soll­ten die Radschrau­ben über Kreuz ein letz­tes Mal nach­ge­zo­gen werden.

Vorsicht gilt bei Hybrid- oder Elek­tro­au­tos. Laut der ARAG-Exper­ten können ihre Reifen nicht selbst zu Hause gewech­selt werden, denn hier ist lebens­ge­fähr­li­che Hoch­span­nung im Spiel. Der Reifen­wech­sel darf nur von einer Werk­statt mit soge­nann­ter Hoch­volt-Quali­fi­zie­rung durch­ge­führt werden. Dazu gehört neben elek­tro­tech­nisch-geschul­tem Perso­nal auch eine spezi­elle Ausrüs­tung. Da nur rund 60 % der deut­schen Werk­stät­ten diesen Hoch­volt­schein haben, muss man unter Umstän­den leider auf die eigene Lieb­lings­werk­statt verzichten.

Reifen richtig lagern

Wer genug Platz im Keller oder in der Garage hat, kann seine Reifen auch zu Hause lagern. Aber Achtung: die ARAG Exper­ten raten, sich vorher seine Haus­rat­ver­si­che­rung noch­mal genauer anzu­schauen. Oft ist das lagernde Zube­hör von Fahr­zeu­gen nämlich bei Verlust durch Dieb­stahl, Brand oder Beschä­di­gung nicht mit in den Poli­cen einge­schlos­sen. Wer es lieber bequem mag, lagert seine frisch gewech­sel­ten Reifen direkt in der Auto­werk­statt oder beim Reifen­händ­ler ein. Aber auch hier scha­det eine Absi­che­rung nicht, denn grund­sätz­lich sind zwar die Händ­ler und Werk­stät­ten für die einge­la­ger­ten Gegen­stände in der Obhuts­pflicht, aller­dings haben Kunden ledig­lich einen Anspruch auf Erstat­tung des Zeitwertes.

Auch an kalten Tagen gut starten

Wird es das erste Mal rich­tig kalt, fürch­ten viele Auto­fah­rer, dass der Wagen nicht anspringt. Beson­ders ältere Batte­rien, zwischen fünf und sechs Jahren, sind dafür häufi­ger anfäl­lig. Zündet der Motor lang­sam oder setzt das Auto­ra­dio aus, sind das erste Warn­hin­weise für eine schwä­chelnde Batte­rie. Wer keine böse Über­ra­schung erle­ben möchte, kann seine Batte­rie mit einem Multi­me­ter selbst prüfen. Mit dem Mess­ge­rät lässt sich die Span­nung der Batte­rie bestim­men, indem man das rote Kabel an den Plus­pol und das schwarze Kabel an den Minus­pol hält. Am besten führt man den Test durch, wenn das Fahr­zeug einige Stun­den gestan­den hat. Eine Span­nung zwischen 12,4 und 12,7 Volt zeigt, dass die Batte­rie in Ordnung ist. Bei unter 12 Volt Span­nung ist sehr wahr­schein­lich ein Batte­rie­wech­sel nötig. Aber nicht alle Batte­rie­tes­ter sind laut den ARAG-Exper­ten zuver­läs­sig, ein Profi in der Werk­statt kann die Span­nung und den Zustand der Batte­rie siche­rer prüfen.

Bereit für die Straße

Um in der dunk­len Jahres­zeit sicher von A nach B zu gelan­gen ist natür­lich auch eine intakte Beleuch­tung am Fahr­zeug wich­tig. Schein­wer­fer, Rück­licht, Blin­ker und Neben­leuch­ten soll­ten einwand­frei funk­tio­nie­ren, denn ein kaput­tes Licht kann nicht nur gefähr­lich werden, sondern dank Bußgeld­ka­ta­log auch teuer. Als letz­ten Tipp empfeh­len die ARAG-Exper­ten auch die Kühl­an­lage des Autos vor Winter­ein­bruch zu über­prü­fen. Die rich­tige Mischung aus Kühl­mit­tel und Frost­schutz schützt das Fahr­zeug sowohl gegen Hitze als auch gegen Kälte. Die Flüs­sig­keit sollte aber vor den ersten Minus­tem­pe­ra­tu­ren gecheckt werden. Was die rich­tige Mischung für das eigene Fahr­zeug ist, kann im Fahr­zeug­hand­buch nach­ge­le­sen werden.

(Finanz­welt)

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